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 Autor Thema: Selbstschutz
Richard LeopoldTomasch
Datum: 20.05.2008 20:17 Antworten Als Email verschicken Kontakt: rilto@proleben.at

Betreff: Selbstschutz
 

Genmaispflanzen "unschädlich" gemacht
Gentechnik-Gegner müssen sich vor Gericht verantworten
09. Januar 2007

[ngo] Am 11. Januar 2007 sollen sich acht Gentechnikgegner vor dem Amtsgericht Zehdenick verantworten, weil sie im vergangenen Juli in Badingen (Sachsen-Anhalt) an einer so genannten "Feldbefreiungsaktion" beteiligt waren. Hunderte von Gentechnikgegnern hatten zuvor im Internet öffentlich ihre Absicht erklärt, aktiv Genmaispflanzen unschädlich zu machen. Nach Angaben der Rechtshilfegruppe "Gendreck weg" erreichten am Aktionstag trotz Polizeieinsatz rund 80 Menschen dieses Ziel. 24 Personen seien verhaftet worden und gegen acht von ihnen werde nun vor dem Amtsgericht verhandelt. Die Angeklagten berufen sich auf einen rechtfertigenden Notstand.

"Die Gentechnik ist eine große Gefahr für die bäuerliche Landwirtschaft in aller Welt", meint Thomas Janoschka, einer der Angeklagten. Die Rechtsprechung in Deutschland kenne den "rechtfertigenden Notstand". Es sei "nicht strafbar, etwas zu zerstören, wenn nur so ein größeres Übel zu verhindern ist". In Frankreich seien 2006 "Feldbefreier" freigesprochen worden, "da keiner von ihnen aus Eigennutz handelte, sondern die Pflanzen zerstört wurden, um Umwelt, Gesundheit und Landwirtschaft zu schützen".

Der Notstand tritt nach Auffassung der Angeklagten mit dem Beginn der Freilandsaison ein: "Einmal ausgebracht sind die Gentech-Pflanzen nicht mehr rückholbar." Insbesondere Imker, aber auch viele Bauern sähen ihre Existenz durch die Ausbreitung der Gentechnik gefährdet. "Die Mehrheit der Bundesbürger ist gegen Gentechnik auf den Feldern und Tellern. Trotzdem schützt die Politik Menschen und Umwelt nicht vor den Gefahren der manipulierten Saat", so die Kritik.

"Die Gerichte haben nicht nur die Aufgabe zu entscheiden, ob der Bürger den Acker betreten darf, sondern müssen auch prüfen, ob die Regierung Mensch und Umwelt derartigen Gefahren aussetzen darf", meint Holger Isabelle Jänicke von "Gendreck weg". Bereits jetzt gingen täglich neue Absichtserklärungen ein von Menschen, die auch 2007 wieder Genmais-Felder "befreien" wollen.
 
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